PANORAMA


Rund 120 Segler in 23 Yachten stehen vom 12. bis 15. September vor Arbon im Einsatz

07.09.2001
Weitere Herausforderung für den Yachtclub Arbon! Vom Mittwoch, 12. September, bis Samstag, 15. September, organisieren die Arboner Segler die X-99 Swiss Open auf dem Bodensee. Diese Regatta hat zwar nicht den Status einer Schweizer Meisterschaft, doch werden in Arbon die besten Skipper von Mitteleuropa am Werk sein.

Um die Zahl der Schweizer Meisterschaften für Segler nicht ins Uferlose ansteigen zu lassen, wurden vom Dachverband Swiss Sailing bestimmte Bedingungen vorgegeben. Für eine SM müssen mit einer Beteiligung von mindestens 50 Kielbooten über 1000 Kilogramm in zwei Regionen Qualifikations-Regatten stattfinden. Diese Kriterien müssen jeweils in zwei der vergangenen drei Jahre erfüllt worden sein.

«Bodenseeboote» dominieren
Dass vom 12. bis 15. September vor Arbon in der Kategorie X-99 lediglich Klassen- anstelle von Schweizer Meisterschaften ausgetragen werden können, liegt daran, dass am Zürich- und Neuenburgersee nicht regelkonform gesegelt wird, was Qualifikationen in zwei Regionen verunmöglicht. Dies ist zwar ein kleiner Wermutstropfen für die Veranstalter, doch startet an den internationalen Swiss Open dennoch die «Crème de la crème», weil die X-99-Klasse in Mitteleuropa von den «Bodenseebooten» dominiert wird. Damit darf man sich vor Arbon auf einen hochstehenden Zweikampf zwischen Schweizer und süddeutschen Bodensee-Regatteuren freuen.

23 Yachten gemeldet
In die eigentliche Favoritenrolle für die Swiss Open manövriert hat sich nebst Benu Seger mit seiner «Gigant» auch der frühere Olympionike (1984 in Los Angeles) und heutige SchweizerX-99-Klassenvereini- gungspräsident Rolf Zwicky mit seiner «Vento azzuro». Diese beiden Schweizer Boote segelten an der kürzlichen WM in Dänemark auf die Ränge acht und sechs und sorgten damit in einer von den Nordländern dominierten Klasse für herausragende Resultate.
Aus süddeutscher Sicht beachtenswert schlugen sich auch die «Mistral II» von Tino Ellegast mit einem elften und die «Raring IV» von Henrik Kautz mit einem 25. Rang unter den 74 Teilnehmern. Diese vier Yachten zählen denn auch an den Swiss Open zu den Topfavoriten, doch darf man insbesondere auf das Abschneiden der «Octopussy» gespannt sein; Skipperin Lisbeth Brücker will der Männerwelt einmal mehr beweisen, dass Frauen auf dem Wasser ebenso viel Gefühl haben wie das «starke Geschlecht». Insgesamt sind für die Swiss Open vor Arbon zwei österreichische, sieben deutsche und 13 Schweizer Boote sowie die «Crawallo» mit dem Liechtensteiner Peter Kranz vom Yachtclub Lindau gemeldet.

Zwölf Wettfahrten geplant
Spielt der Wind mit, so will der Arboner Wettkampfleiter Rolf Gonzenbach zu zwölf Wettfahrten starten. Damit es zu einer Rangierung kommt, müssen mindestens vier Wettfahrten absolviert werden. Nach der Vermessung steht am Mittwoch, 12. September, die offizielle Eröffnung der Swiss Open im Landenbergsaal an, und von Donnerstag bis Samstag machen sich die Wettkampfteilnehmer nach dem Briefing um 8.30 Uhr startklar. Letzte Startmöglichkeit wird am Samstag um 15 Uhr sein, und ab 19.30 Uhr sind Teilnehmer und Gäste zum offiziellen Galaabend mit Rangverkündigung im Seeparksaal geladen.

Budget von 32 000 Franken
Insgesamt erwartet der Yachtclub Arbon rund 120 Aktive, denn auf der X-99 mit einem Gewichtslimit von 512 Kilogramm regattieren zwischen fünf und sieben Personen. Damit dieser Grossanlass überhaupt durchgeführt werden kann, stehen YCA- und OK-Präsident Theo Naef rund 20 Helferinnen und Helfer zur Verfügung. Kosten wird der Anlass rund 32 000 Franken, und die Arboner Organisatoren rechnen mit einem Ertragsüberschuss von etwa 3000 Franken, die zur weiteren Amortisation der Infrastruktur verwendet werden sollen. Wer die rund eineinhalb-stündigen Wettfahrten «hart am Wind» direkt auf dem See -gegen ein kleines Entgelt -mitverfolgen will, der kann sich am Hafen beim MS «Arbor felix» melden. Mit einem Fernglas ist die Regatta jedoch auch vom Ufer aus eine spannende Sache.

Wettkampf- und Familienboot
Am Anfang hatte ein Däne namens Niels Jeppensen die Idee, eine One-Design-Yacht zu bauen... schnell genug, um gegen Yachten gleicher Grösse bestehen zu können und komfortabel genug, um auch ausgedehnte Touren zu segeln. Dieser Idee folgte 1985 die erste Einwasserung einer X-99. Danach trat die drei Tonnen schwere, zehn Meter lange und drei Meter breite Yacht einen eigentlichen Siegeszug an. Inzwischen wurden über 700 X-99 gebaut, wovon heute rund 70 auf dem Bodensee segeln.
eme

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